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Unerwünscht bei der CSU - die Cowboys aus dem Land Unerwünscht bei der CSU - die Cowboys aus dem Land

Warum Bamberg die Piraten braucht

Ein Erfahrungsbericht

Vor ziemlich genau einer Woche, es war einer dieser heißen Tage an denen man eigentlich nur in der Sonne liegen oder ins Schwimmbad gehen will, begab ich mich in die Stadtratssitzung. Als politisch interessierter Mensch will man ja schließlich erfahren, was in seiner Stadt passiert und das nicht nur durch einen Filter, wie die Lokalzeitung, sondern direkt an der Quelle.
Leider hat der Bamberger Stadtrat weder eine Möglichkeit sich Mitschnitte der Sitzungen anzuhören bzw anzuschauen, noch gibt es ausführliche Protokolle, die einem sagen welcher Stadtrat wie gestimmt hat.

Unerwünscht bei der CSU: die Cowboys aus dem Land
Bild: Hombertho - CC-BY-NC-SA

Deswegen hatte ich, wie immer, keine andere Wahl als den Stadtrat in Persona zu besuchen. Hat ja auch seinen Charme – man ist live dabei. Wenn ich jetzt nur noch wüsste über was die dort reden, denn die Antragstexte darf ich nicht einsehen. Sie stehen nur den Stadträten zur Verfügung. Was in den Ausschüssen beschlossen wurde, wird auch gekonnt vor mir verborgen. Von welcher Fraktion die Person ist die gerade redet, erfahre ich erst aus dem Kontext der Diskussionen.

Was mich an dieser Sitzung am meisten interessierte war natürlich die Ansiedlung von Brose. Viel hatte der fränkische Tag schon am Morgen davon berichtet, desto unverständlicher war es für mich, dass dieser Tagesordnungspunkt nichtöffentlich behandelt wurde.

Einen Antrag der GAL das ganze öffentlich zu behandeln bezeichnete Oberbürgermeister Starke als “populistisch” und verwies auf die Geschäftsordnug, die eine geheime Sitzung vorschreibt.
Wieso ein Stadtrat seine Geschäftsordnung nicht ändern kann und wieso die Forderung nach Transparenz populistisch sei, das muss mir dann doch mal jemand erklären. Vermutlich bin ich einfach zu jung und unerfahren um das zu verstehen….

Enttäuscht lauschte ich dem Rest der Sitzung. Schließlich ging es um das Thema Sperrstunde und ich hörte folgenden Satz von Stadtrat Dr. Müller (CSU):

Wir sind für die Bürger da, nicht für Cowboys aus dem Land, unerzogene Kinder und Studenten der Stadt.

In diesem Moment hatte sich der Besuch des Stadtrates für mich dann doch noch gelohnt, denn es war einer dieser Sätze, der mir klar macht, wieso ich bei den Piraten bin.

Lieber Herr Müller: Das meine Generation von vielen Politikern nicht gut vertreten wird, ist schon lange kein Geheimnis mehr. So offen, wie Sie, hat aber bisher keiner zugegeben, dass er das auch nicht will. Jugendliche, Studenten, Gäste aus dem Umland sind für Sie also kein gleichwertiger Teil der Gesellschaft, keine Bürger?
Sie pauschalisieren alle Menschen, die feiern gehen – dafür muss man übrigens, soweit ich weiß, kein bestimmtes Alter erfüllen – als Kriminelle und Unruhestifter. Sie pauschalisieren damit auch mich.

Ich habe die Piraten nie als eine “Jugendpartei” gesehen, doch mir wird immer mehr bewusst, dass es unsere Aufgabe wird ab 2014 nicht nur für mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung zu sorgen, sondern auch den jungen und jung gebliebenen Menschen in Bamberg eine Stimme zu geben.
Und ich bin heilfroh, dass ich dann nicht mehr dazu verdonnert bin im Publikum sitzen zu müssen, sondern mich gegen solche Unverschämtheiten eines Stadtrates wehren kann.

6 Kommentare

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  2. 2
    Robert Streng

    nice :) Kai for the vote :D

  3. 3
    einfachWitzlos

    Interessante Aussage für jemanden, der selbst mal Vizekanzler der Uni in Bamberg war, damit ja “irgendwas” mit Studenten am Hut hatte und Mitglied einer katholischen Studentenverbindung ist
    Aber gut, die katholische Kirche hat ja kaum Probleme mit Kindern *ba dum tss*

    Oh und er hat immerhin 3 Kinder, die wohl aber kaum Probleme machen.
    Schließlich hat seine Generation die jüngere Generation perfekt erzogen, weswegen deren Kinder jetzt keine Probleme machen….

    Die Informationen sind allesamt aus Wikipedia, aber da steht ja eh nur Quatsch und Falschinformationen ;)
    http://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_M%C3%BCller_%28CSU%29

  4. 4

    Ich bin für denen auch kein Bürger obwohl ich in Bamberg wohne, kein Student oder Cowboy bin oder ein ungezogenes Kind.
    Mit Bürger meinen “die” reiche oder namhafte Bamberger oder bestenfalls noch gute “Mitläufer” aus der Unterschicht.
    Meine Erwähnung von mafiösen Strukturen innerhalb der Stadtverwaltung in einem Artikel von infranken.de hatte eine Löschung des Beitrags zur Folge.
    Meine Kritik an den sogenannten Experten der Aktivsenioren in Bamberg brachte mir Ärger beim Arbeitsamt ein.
    Jeder der das System nicht schluckt wird so behandelt…..

  5. 5

    Ich hab das Zitat gerade an die Facebookseite des CSU Kreisverbands Bamberg gepostet. – mal schauen, wie lange es dort stehen bleibt ;)

    http://www.facebook.com/pages/CSU-Kreisverband-Bamberg/291263894255779

  6. 6

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