Moderne Politik lokal gestaltet
Bild von Amerikanischen Soldaten die durch Bamberg maschieren

Die unsichtbare Konversion

Es steht also fest. Voraussichtlich Ende 2014 wird der letzte US-Soldat die Stadt Bamberg verlassen. Das heißt, ab 2015 sind ca. 450 Hektar in und um das Weltkulturerbe frei, und der Stadtrat hat über dessen Zukunft zu entscheiden.

Die Stadtverwaltung hat sich dazu entschlossen, bis zum Kauf der Flächen keine Informationen herauszugeben, damit man sich andere Interessenten vom Hals halten kann und auch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BimA) soll erst einmal nicht erfahren was die Stadt mit den Flächen vor hat.

Soldaten in Bamberg – Bild: Holly Haye

Dabei ist es doch etwas übermütig, zu glauben eine solche Organisation, deren Angestellte hauptberuflich mit dem Verkauf und der Verwaltung von Bundesflächen zu tun haben, überlisten zu können. Des Weiteren sind sowieso alle Wertsteigerungen der Flächen, die in den ersten 15 Jahren nach dem Kauf passieren, an die Anstalt zurück zu führen. Einen fairer Kaufpreis kann nur über einen Weg erzielt werden. Die Stadt und vor Allem die großen Parteien, müssen jetzt Druck auf ihre Abgeordneten machen. Diese können sich direkt an die BimA wenden.

Gleichzeitig werden mit geheimen Verhandlungen die Bürger der Stadt Bamberg über eine Expansion ihrer Stadt um immerhin fast 10% außen vor gelassen. Der Bebauungsplan ist hiermit nicht weniger als die Zukunft von Bamberg.
Wie wollen wir die nächsten Jahre leben? Wollen wir die Universität weiter expandieren oder mehr Industrie ansiedeln? Sollen die Flächen in die Hand von Privatinvestoren – wie schon bei Erba und Schaeffler 2.0 passiert -, in die Hand der Stadt oder vielleicht sogar in die Hand der Bürgern in Form einer Genossenschaft?

Das sind Fragen, bei denen wirklich jeder Einwohner des Weltkulturerbes mitreden sollte und nicht nur ein paar Auserkorene.

Liebe Stadtratsmitglieder, das ist Ihre Chance. Machen sie die Konversion so öffentlich wie nur möglich. Veranstalten sie Bürgerforen und Infoabende. Machen sie die aktuellen und geplanten Bebauungspläne für alle zugänglich und verständlich. Hier geht es um viel mehr als nur ein Immobilienprojekt – es geht um uns alle.