Schon seitdem ich in Bamberg lebe ist das überdurchschnittliche Verkehrsaufkommen ein großes Thema. Als ich noch Schüler war, war der Schulweg oft mit langem Warten an den Bushaltestellen und Enge in den Bussen verbunden. Mit dem Rad war es oft nicht viel besser, überfüllte Straßen und vollgeparkte Radwege nahmen einem oft die Lust mit dem Rad zu fahren.
Dabei war und ist es eigentlich so gut wie jedem klar woran es lag. Bamberg hat kein sinnvolles öffentliches Nahverkehrskonzept. Jeder der das Gegenteil behauptet, soll versuchen in einfachen Sätzen zu erklären wieso alle Buslinien durch die Innenstadt verlaufen. Oder er möge versuchen zwischen zwei Vorlesungen vom Unistandort an der Erba zur Feldkirchenstraße zu kommen – und dabei bitte Pünktlich zu sein. Wahrscheinlich würde ich nicht ständig selbst darüber grübeln, wenn ich nicht fast jeden Tag von einem Kommillitonen auf die Situation beim ÖPNV angesprochen würde.
Kein Seltenes Bild: Überfüllte BushaltestellenSpätestens seit der medienwirksamen Präsentation der E-Bikes hatte man die Hoffnung, dass der Oberbürgermeister Starke Bamberg grüner werden lassen will und damit auch, dass man sich vielleicht auch dem ÖPNV widmen würde. Vor Allem da ein neuer Fahrplan mit dem Beitritt zum VGN sowieso schon längst überfällig ist.
Scheinbar wollte der OB aber nur wieder den Anschein erwecken, er stünde für eine bessere Politik, denn die politische Realität in Bamberg holt einen bei all der Hoffnung vor allem eins: Ganz schnell auf den Boden der Tatsachen zurück.
So zum Beispiel diese Woche, als ein neuer Parkplatz am Michelsberg unter anderem für den neuen Standort der Stadtverwaltung beschlossen wurde. Hier zeigt sich mal wieder deutlich, dass die Stadtverwaltung selber weder an den ÖPNV zu glauben scheint noch ernsthaft gedenkt ihn zu nutzen. Pressewirksam ein paar E-Bikes zu kaufen ist wahrscheinlich auch um einiges einfacher als jeden Tag den Bus zu benutzen oder bessere Fahrpläne zu entwickeln. Leider bleibt der Schaden so eines Verhaltens bei der Umwelt den Anwohnern hängen.
Wer die Augen öffnet, dem wird schnell klar: So kann es nicht weitergehen Mit 5000 Studenten auf dem neuen Uni-Gelände in Gaustadt hat Bamberg schon ein neues Verkehrsproblem am Hals und durchdachte neue Konzepte um die Verkehrsprobleme in der Stadt zu lösen scheinen weder Verwaltung noch Stadtrat vorlegen zu wollen.
Dabei haben nicht nur wir Piraten, sondern auch der VGN und andere Parteien, schon Vorschläge gemacht, wie man den ÖPNV in Teilen oder im Ganzen verbessern könnte. Interessieren scheint es unseren Oberbürgermeister oder die Stadtratsmehrheit nur wenig. Im Gegenteil: Mit der Innenstadttangente verfolgt man weiter stur Pläne noch mehr Autos in die Innenstadt zu leiten. Dem Oberbürgermeister kann es auch herzlich egal sein, er hat ja dank seiner Sonderlizenz keine Parkprobleme.